Kroatien-Urlaub 2002


Heute ist Samstag, die Stimmung ist relaxed, höchstens durch kürzlich eingetroffene Wochenend- Urlauber etwas nervig. Seitdem Morgen, der 11.00 Uhr anfing schreien in regelmäßigen Abständen Kinder (Babies) und Männer (Fußballfans). Doch begann unser Urlaub eigentlich doch schon mit der Anreise am Dienstag.

 

Ironischer Weise verlief die Ausreise aus Deutschland ohne irgendwelche Komplikationen. Auch Österreich, welches Deutschland in Sachen Politik in nichts nachsteht, konnte ohne Hürde genommen werden. Italien bereitete uns voraussehbare Probleme in Sachen Hinweisschilder, die wir aber als ungefährlich einstuften; leider zu unrecht, wie wir im Nachhinein befanden, da wir uns aufgrund gekonnter, aber unbeabsichtigter Fahrmanöver abhängten und uns bis in Slowenien nicht wiederfanden.
Die Einreise nach Kroatien stellte uns vor unerwartete Probleme.
Ca. 8.00 Uhr, als wir den Zollbeamten mit breitem Grinsen unsere Ausweise entgegenstreckten, bat dieser uns nach kurzer Überlegung doch einmal rechts ran zu fahren. Wir, dem Erbrechen nahe auf diese nicht abzureißende Pechsträhne, taten, was uns befohlen, und nach weiterer nicht kurzer Zeit des Wartens kam ein Beamter, seines Zeichens Polizist und bat die Fahrer/Halter der Wagen mit ihm zu kommen. So folgten Thomas, Thorsten und ich dem Polizist im feinsten Gänsemarsch in ein kleines stickiges Büro und mussten eine Belehrung über uns ergehen lassen, deren Inhalt folgendes auszudrücken versuchte:
Hätten wir Rauschmittel, wie Marihuana, Kokain, Heroin, etc. bei uns, so sollten wir diese abgeben. Deutschland mit all seinen Behörden und Institutionen würde davon nichts erfahren. Würden wir dieser Aufforderung nicht nachkommen, so werde der Polizist eine Durchsuchung unseres Habes ansetzen und auch vor dem Einsatz eines Drogenhundes nicht halt machen, 'und der findet, egal wo versteckt, verstehst du ?'. Sollte dadurch etwas gefunden werden, so hätten wir jede Menge Probleme; die Botschaft, die Polizei in Deutschland, etc. erfahren davon, wir kämen ins Gefängnis für mindestens. 9 Monate. Würden wir abgeben, was wir hätten, so würde keine Durchsuchung erfolgen und wir könnten weiterfahren.
Derart eingeschüchtert konnten wir bloß noch nicken, sei es auf die Frage, ob wir verstanden, oder etwas dabei hätten. Und somit gestand Thorsten als erster, ich versuchte cool zu bleiben, obgleich mein Herz in der Hose hing und Thomas konnte reinen Gewissens verneinen.
Und so zogen der Polizist und Thorsten los, um das Gras zu holen, welches Thorsten illegal über die Grenze zu bringen gedachte. Derzeit gingen mir tausend Gedanken durch den Kopf. Würde der Polizeihund mein Gras in der Sonnenmilch finden ? Waren die Beamten so clever dem Hund zu glauben und die Sonnenmilch aufmachen? War das alles bloß Bluff und Einschüchterungstaktik ? Schwere Fragen in einer schweren Situation. Ich kam zu dem Schluss, dass ich nicht Willens bin den Urlaub für mich oder die anderen noch weiter hinaus zu zögern und gestand, als der Bulle und Thorsten wieder kamen, dass ich ja auch noch was hätte, und so zog der Polizist und ich los, um mein Gras zu holen.
Als ich die Sonnenmilch versuchte zu öffnen, hoffte ich, dass es mir gelängen und nicht allzu lange dauerte. Ich zog das Röllchen aus der Tube, das ich mit Klebeband umwickelt hatte. Es war mir fast peinlich, als ich sah, dass sich das Klebeband in den 4 Tagen abgelöst hatte und mein Gras fast völlig durchtränkt war. Ich gab es dem Polizist mit Daumen und Zeigefinger, der es wiederum mit Daumen und Zeigefinger entgegen nahm.
Als nächstes folgte eine endlose Zeit des Wartens, öfters unterbrochen von Befragung zur Person, Befragung zur Familie, Befragung zum Dope und Befragung der Anderen, das ich leider nicht mehr in chronologisch wiederzugeben weiß. Erwähnenswert ist noch, dass Thorsten aufgrund seines Alters von zarten 18 das Dope von 0,2 Gramm, welches erst von einem zweiten Polizisten festgestellt werden konnte, an Thomas übertrug, da sonst der Schreibaufwand für die Polizisten zu hoch gewesen wäre. Ich selbst musste feststellen, dass ich 1,6 Gramm mit mir führte. Ca. 10.00 Uhr bekamen wir dann die „Lizenz zum Weiterfahren“ in Form eines Wisches, dass wir unsere illegalen Drogen abgegeben haben. Letztenendes sind wir in Porec, unserem vorersten Zielort angekommen und hielten Ausschau nach becampbaren Campingplätzen. Viel war nicht mehr vorhanden von dem Enthusiasmus, der uns durch die Nacht über 1000 km gen Süden trieb, und so war niemand wirklich zum Campingplatzsuchen zu begeistern. Darauf ist es auch zurück zu führen, dass wir eine Begehung des ersten Platzes komplett abbließen, nicht zuletzt wegen der pompösen Sportanlagen und auf Massentourismus ausgelegten Infrastruktur. Also setzten wir uns wieder in die Autos und folgten den Hinweisschildern zum zweiten Campingplatz. Auch dieser sagte uns nach näherer Betrachtung nicht zu.
Aller guten Dinge sind drei, und so kamen wir an einen Campingplatz, der uns erstens freundlich empfing, zweitens mit Schatten reichlich gesegnet war und drittens hoch löbliche Sanitäranlagen aufweisen konnte. Somit entschlossen wir uns zu bleiben und, dessen nicht genug, gleich zwei Stellplätze zu mieten. Die Spiele mögen beginnen.

 

Nachdem alles unter Regie von Nad ausgepackt und grob sortiert wurde, mussten die Zelte aufgestellt werden. Begonnen wurde mit den Größten (Nad/Tommi und Julian/Caro), welche ohne Mühe alle Beteiligten gefasst hätten. Aber Umstand und Luxus sind uns allen keine Feinde, und so folgten zwei weitere Zelte zu je einer Person. Nachdem ich mein Zelt in Rekordzeit und mustergültig erbaut hatte, die größte Luftmatraze von allen hineingesteckt hatte, schaute ich voll Stolz erst auf mein Zelt und anschließend auf das von Thorsten; und wurde in meinem Stolz nur noch bestärkt.
Nach einiger Zeit erkannte ich, dass es sich ebenfalls um ein Iglu-Zelt handelte, dich stand der Boden wirklich unten ? Andere fachsimpelten, ob es vielleicht für den bergigen Raum konzipiert ist, wieder andere meinten, es sei Kunst und zogen als Schöpfer Picasso und Hundertwasser in Erwägung. Doch letztendlich bewegte uns alle eine Frage: Was ist nötig, um es zum Einsturz zu bringen ? Eine Frage, die noch lange debattiert wurde, zeitweise mit praktischen Versuchen analysiert wurde.
Der Zeltaufbau konnte, mehr oder weniger, abgeschlossen werden, und je mehr heimische Dinge ihren angedachten Platz einnahmen, um so wohler fühlten wir uns. (Wir waren so nah dran, uns komplett zu fühlen...)
Es war an der Zeit den Strand genauer zu inspizieren: Wir fanden schönes klares Wasser, Wiese, Schatten, nicht weit entfernte Inseln, aber keinen Sand. Im Gegenteil; Steine, überwachsene Felsen, riffähnliche Gebilde. Nicht, dass uns das verwundert hätte, aber hoffen kann man doch. Endlich hatten wir uns entschlossen im höchsten Grade entspannende Positionen einzunehmen und diese so lange wie möglich zu halten.

 

Dies gelang uns, mit kurzen Unterbrechungen bis Donnerstag Abend. Bis dahin haben wir andere Wasserstellen besucht, den Pizzadienst ausprobiert, unsere Aufwärmkünste auf die Probe gestellt und natürlich die Unterwasserkultur inspiziert. Richtig in Bewegung fielen wir Donnerstag Abend. Da sind wir doch tatsächlich 200 m gelaufen und haben Zigaretten gekauft und ein Eis geschlabbert. Natürlich alles innerhalb der Anlage. Auf dem Rückweg entdeckten wir dann auch den Abendessen-Spender für diesen Abend, das von unserem Stellplatz maximal 20 m entfernte „Buffet-Sport“, in dem wir auch gleich das für unser Frühstück erforderliche Weißbrot mitgehen ließen. Der Abend klang aus, wie auch die Abende zuvor, mit viel Bier pro Person.

 

Um unserer Trägheit ein Ende zu bereiten, zumindest symbolisch, entschlossen wir uns am Freitag das nahe gelegene Örtli Vrsar zu besuchen, ein Unterfangen, welches von Erfolg gekrönt werden sollte.
Nach einiger Späherei in einer Art Altstadt mit netten, engen Gässchen und einer Kirche fanden wir doch tatsächlich noch den Hafen, ein Gebiet wahrscheinlich genau so groß, wie die Altstadt, aber nicht wirklich groß. Hier herrschte reger Trubel, da gerade Fischerfest war. Man hätte meinen können, dass nahezu alle Leite aus der (maximal) 1000 m entfernten Altstadt gekommen sind, und alle haben ihr Auto mitgebracht. Wir bestaunten diese Dynamik, einem Ameisenhaufen gleich, schwammen, mit einer gewissen Eigendynamik, mit, bis wir einen geeigneten Platz zur Rast und Nahrungsaufnahme erspähten, uns niederließen und dem Treiben mit relativer Distanz zuschauten. Wir aßen erstaunlich gut und ich konnte zum ersten mal die von meinem Paps so hoch gelobten Wagenrad-Pizza bestaunen, die ironischer weise für die zierlichste Person aus unserem Kreise bestimmt war: Caro. Sie schaffte etwas mehr als die Hälfte, doch keiner fühlte sich im Stande ihr zu helfen. Und auch Nad und Julian taten nicht gerade viel für das Aufrecht erhalten des bisher so guten Wetters, doch der Sonnengott war durch nichts zu erschüttern und so zeigten wir unser Wohlwollen darüber, in dem jeder einmal mehr ins Wasser ging als sonst. Aber der Samstag begann ganz anders: Nämlich hatten sich über Nacht klammheimlich Wochenend-Urlauber in ihren Behausungen eingenistet und es begann am Morgen die Tyrannei der Kinder und Fußball liebenden Männer gleichermaßen.
Und hier ungefähr sind wir eingestiegen, nur dass seit der zeit des ersten Striches und jetzt ca. ein Tag vergangen ist und ich somit die Geschichte in der Vergangenheitsform weiterführen werde.

 

Es war also Samstag und wir brachten die Zeit durch den Tag, in dem wir wieder einmal die für jeden entspannendste Haltung suchten und an nahmen, unterbrochen nur durch Nahrungsaufnahme und der damit verbundenen Arbeit. Die Anwesenheit der Neuankömmlinge war leider nicht zu übersehen, so dass auch im Wasser mehr los war, als bisher. Boote, Jetski und dererlei störten in gewisser Weise unsere sonst ausgeglichene Harmonie, und zumindest bei mir konnte ich eine leichte Zunahme des Stresses verbuchen.
Wir hatten beschlossen den Abend am Strand bei Sonnenuntergang ausklingen zu lassen. Hierfüre Utensilien wie Bongos und Gitarren waren sehr zuträglich und machten es zu einem gelungenen Abend. Schneller, als man sich's versah, ward es Sonntag und neues Bier mußte auch geholt werden. Im Verlauf des Mondes verschwanden immer mehr Leute aus ungeklärten Ursachen, bis, als der weitere Biervorrat aufgebraucht , die verbliebenen drei gegen drei Uhr den Heimweg in die Zelte antraten.

 

Sonntag, ein weiterer Tag als Gespielen der Wochenend-Urlauber, wurde mit Schlafen, Baden und Lesen verbracht, ähnlich der Tage zuvor. Nach Mittag setzten sich zwei „fanatische“ Formel-1 Fans ab in das nahe gelegene „Buffet-Sport“, in dem sich glücklicherweise ein Fernseher befand, der, (o Fortuna, sei gepriesen), das Formel-1 Rennen ausstrahlte. Fazit des Rennen: Villeneuve wurde Fünfter, ... von hinten.
Der Abend, so hatte man demokratisch beschlossen, sollte noch einmal im Ortli Vrsar verbracht werden. Und so verließen alle ihre Entspannungshaltung und machten sich ausgehfein. In Vrsar angekommen folgten alle der mit dem größten Loch im Bauch, die im „Buffet-Sport“ zwar einen Salat aß, doch auf Weißbrot zur Beigabe verzichten musste. Spekulationen derer, die dadurch geschädigt waren, hatten als Ergebnis, dass die Betreiber uns übel nahmen, beim ersten Besuch dieser Lokalität alles Weißbrot für den nächsten Morgen mitgenommen zu haben. So fanden wir auch das wohl teuerste Lokal der ganzen Strandpromenade. Dies drückte unsere Stimmung, auch weil das Essen, obgleich doppelt so teuer, gerade halb so gut, wie in zuvor besuchten Restaurants war. Dafür standen so exotisches Zeugs , wie Trüffelgelumb und Hassenichesehn-Muscheln auf der Karte, was sowieso niemand ißt.
Um des Verdauens Willen schlenderten wir anschließend an der Promenade entlang und suchten Sonnenbrillen, Gonglierbälle, Klappstühle, Briefkästen und ein süßes kleines Café. Wir fanden also Sonnenbrillen und ein kleines Café, in dem wir uns so gut es ging unserer jeweiligen entspannendsten Haltung an nahmen. Leider mochte die allgemeine Stimmung keine Anhebung erfahren. so dass wir dann gefahren sind; zurück auf den Zeltplatz. Dort nahm dann jeder die für ihn entspannendste Haltung an, und bei Bier aus Dosen und mehr oder minder interessanten Gesprächen wurde der Abend beendet.

 

Montag ward, und es sollte ein Ausflug nach Pula gemacht werden. Aber aufgrund allgemeiner Unlust wurde dieser Plan auf den nächsten Tag verschoben. Stattdessen bewegte uns ein unmittelbares Problem. So legte Julian etliche Schweigeminuten ein, die es ihm auch nicht erlaubten uns den Grund für seine Trauer mitzuteilen. Einher gingen noch Fasten und in Enthaltsamkeit leben, was auch das Spaßhaben mit ihm erschwerte. Den ganzen Tag dauerte diese Geiselung und konnte zu unser aller Glück und Zufriedenheit durch die heilsamen Worte der holden Caro noch am Abend beendet werden. An dem Selbigen beschlossen Thorsten und ich am Strand zu nächtigen, als sich uns, oder wohl eher mir, da Thorsten tief und fest schlief und auch des Schnarchens nicht abgeneigt war, ein Naturschauspiel sondergleichen darbot. Es begab sich, dass der Himmel immer weniger Sterne preisgab und auch der Wind zu nahm. Gegen Morgen wurde ich von dumpfen Grollen geweckt und konnte am Horizont gewaltige Blitze und schnell vorüberziehende Gewitterwolken erblicken, die mich nicht mehr zu Schlaf kommen ließen. Diese Ereignis vollführte sich mindestens eine Stunde, und als ich diese besagten Wolken bedrohlich schnell dem Ufer entgegen ziehen sah, immer begleitet von reichlichen Energie-Entladungen und schneller darauf folgenden Donnern, wurde mir doch etwas komisch zu Mute und ich beschloss uns zu wecken und ins Zelt zurück zu gehen, in baldiger Erwartung von Regen. Und so begab es sich dann auch; der Wind wurde stärker und trotz der frühen Stunde war der halbe Zeltplatz auf den Beinen frei herumstehendes und ungeschütztes Hab zu sichern und in Deckung zu bringen. Bald darauf setzte auch der Regen ein und brachte uns die lang ersehnte Abkühlung.

 

Als man am nächsten Tag das Zelt verließ, verschaffte man sich erst einmal einen Überblick über das Ausmaß des Schadens und musste überrascht feststellen, dass jeder überlebt hatte, ja sogar Thorstens Zelt, in seiner Statik einmalig und ein Paradoxum schien dem Sturm und Regen getrotzt zu haben. Obgleich keiner zu sagen vermochte, ob der eine Bogen wirklich da und der andere Knick wirklich dort gewesen war.
Jedenfalls hat das Unwetter aufgehört und es war angenehm temperiert, so dass dem Ausflug nach Pula nichts mehr im Wege stand. Gegen Abend setzten wir uns dann in Bewegung und ca. 1 Stunde später kamen wir an unserem Ziel an. In Pula wurden einige Erinnerungen in mir wach: das Kolloseum mit seinen 8 Kuna Eintritt, was ? 16 Kuna ? ach so, damals gingen wir noch als Studenten durch. Der riesige Hafen, in dem nur Frachtschiffe geankert hatten, war überfüllt von Touri-Kuttern und deren zwiespältigen Kapitänen und Skippern, die einen für Geld bestimmt überall hin brachten. Der Marktplatz, der seinerzeit unter Wasser stand, genau wie viele Straßen, da es jeden Tag geregnet hatte.
Gerne gesehen hätte ich noch den Park, in dem wir damals unsere Regenklamotten abgestreift, ...und das kurze Zeit später bereut hatten. Doch stellte ich es ungeschickt an. Ich hätte die vielen Treppen nicht erwähnen dürfen, die wir erklimmen mussten, um ihn zu erreichen. Der Grund, weswegen wir ja eigentlich nach Pula gefahren sind, war der, dass wir mit einer Fähre oder ähnlichem auf eine Insel übersetzen wollten, auf der wir dann Nad's Eltern und Bekannte, „Camp Harmony“, begrüßen hätten können, die zur selben Zeit in Kroatien, aber an anderer Stelle verweilten. So hätte ein Treffen arrangiert werden können. Leider lief von Pula nur ein Schiff mit unserem Ziel aus, welches aber nicht am selben Tag zurück kam, was für uns zur Folge gehabt hätte eine Nacht auf der Insel zu verbringen. Dem Gemeinwohl zu Gute wurde schließlich auf das Treffen verzichtet.
Als nächstes brauchten wir noch Bier/Alkohol. Nun erwies es sich als ziemlich schwierig einen Lebensmittelladen zu finden. Irgendwie hatten sowieso viele Läden zu. Und so düngte uns, dass wohl ein hiesiger Feiertag dafür verantwortlich sei. Somit ergaben wir uns unserem Schicksal und suchten einen kleinen Trödelladen, in dem wir vier Flaschen Wein und eine Zauberflöte erstanden. Anschließend begaben wir uns zurück zum Platz am Forum, wo schon bei unserem ersten Durchgang Vorbereitungen zu einer Art Konzert liefen. So vernahmen wir während unserem Abendessen intensive Proben und Einstimmungen des Orchesters und wurden zum Dessert mit nicht geringer Überraschung mit Jazz bis Swing beglückt, so dass wir uns entschlossen noch etwas länger als geplant zu verweilen.
Auf dem Heimweg fielen wir erneut auf die gekonnte Ausschilderung rein, obgleich wir größeren Schaden durch vereinten Hirnschmalz abzuwenden vermochten.

 

Und wieder erfolgte ein Tag der maximalen Entspannung. Die, die Baden gingen konnten feststellen, dass die See weitaus mehr tobte, als in den vergangenen Tagen. Auch der starke Wind trug dazu bei, dass am Wasser kein richtiges Badewannenfeeling auf kam, so dass man nach kurzer Zeit der Abkühlung schon fast unterkühlt war und die tobende See mangels Speckschwarten wieder verließ. Des weiteren wurden Bücher gewälzt, Scrabble gespielt, geraucht und geschlafen, und Flöte gespielt. Leider stellte sich heraus, dass es gar keine Zauberflöte war, und außerdem fehlten zwei Löcher. Der Abend wurde großteils wieder am Strand verbracht, wo die Mehrheit der neu erstandenen Bierreserven vertilgt wurde. Den Jungens Kurzweil und den Mädchen Komik brachte das Volleyballspielen, obwohl es später am Abend der minderen Helligkeit wegen nur noch ein Fangspiel war und selbst das uns dermaßen überforderte, dass der Ball im Wasser landete. Doch Thorsten stürzte sich unerschrocken in die Fluten, ungeachtet der Tatsache ohne Brille nichts sehen zu können, und da es noch dunkel war...
Letzenendes hat er es doch geschafft und alle waren froh, Thorsten wieder an Land zu sehen. Die Nacht wurde schwärzer und damit auch kühler, ein nie vorher da gewesenes Phänomen, dass uns nacheinander in die Zelte zwang, uns dort aber einen angenehmen Schlaf bereitete.

 

Der folgende Tag nahm sich ein Beispiel am vergangenem. Maximale Entspannung, lesen, spielen tralala. Es wurde beschlossen fürs Abendessen einen Ort zu besuchen, der Pazin genannt wurde. Julian oblag die Auswahl, und er wählte aufgrund Vorhandenseins einer Festung, zweier unterschiedlicher Kirchen und einer Grotte die besagte Ansammlung von Häusern. So machten wir uns auf den Weg und fanden trotz Mangels einer detaillierten Karte Pazin ohne Umwege. Wir verließen die Autos auf einem großen Stadionparkplatz und schlenderten ins Zentrum. Nach einiger Zeit und Wegen und Irrwegen begannen manche an den Lesefähigkeiten Julians zu zweifeln. Wir setzten den Rückweg zu den Autos an, als wir ein Schild mit einer Burg darauf sahen und beschlossen hin zu fahren. An der Festung angekommen bestaunten wir das Panorama, machten ein Smoke-In und beschlossen wieder Richtung Küste zu fahren, um eine Lokalität zu finden, in der wir unser Abendessen zu uns nehmen konnten. Nun gestaltete sich die Rückfahrt schwieriger, als angenommen, da, wie bereits erwähnt, eine detaillierte Karte von Istrien im Zelt zurück gelassen wurde. Man folgte der Tatsache, das die Sonne im Westen untergeht, und da im Westen die Küste liegt, versuchten wir, so fern es möglich war, Straßen in diese Richtung einzuschlagen. Dies gelang, bis die Straße, die unsere Richtung verfolgte, ein Schotterweg wurde und alle kürzlich abgebogenen Straßen sich als Sackgassen und ähnliches entpuppten. Man fand heraus, dass der besagte Schotterweg eine Straße sei, die noch gebaut werden muß. Somit versuchten wir unser Glück und erprobten unsere Wagen auf dem ca. 5 km langen Schotterweg, dummerweise mußte ich hinterher fahren und mein Auto wurde ein genebelt. Schließlich trafen wir auf dem besagten 5 km ein uns entgegenkommendes Fahrzeug, was die Befürchtung auslöste, es sei vielleicht doch eine Sackgasse und es käme zurück. Da es aber einheimischer Abstammung war, konnte der Zweifel in Hoffnung verwandelt werden, und siehe da, wir erreichten eine Asphaltstraße, auf der wir sicher in Küstennähe gelangten.
Als wir dann auf eine Straße einbogen, die unmittelbar zu unserem Campingplatz führte, weiteren Verirrungen somit vorbeugte, entschlossen wir uns die Autos abzustellen und endlich etwas zu essen. Die Speisekarte bot eine große Auswahl, doch das sollte uns nicht hindern uns auf fast nur eine Speise, dafür aber in sämtlich denkbaren Variationen zu beschränken. Am Ende bekamen wir alle etwas anderes, aber niemand, bis auf Thomas, das, was er wollte. Hätten wir die verschiedenen Sachen, die wir auf den Tellern hatten, untereinander getauscht, wären wohl mehrere zu dem gekommen, das sie wollten. Aber so viel Pingeligkeit wollten wir dann doch nicht an den Tag legen. Somit gab sich jeder mit dem zufrieden, was seinem Wunsche und denen der anderen am nächsten kam. Der Abend fand wieder in einer gemütlichen Runde bei Bier und Wein sein Ende, aus der sich von Zeit zu Zeit einer verabschiedete.

 

Und wieder wurde es Morgen. Bei einer leichten Brise und nicht allzu großer Wärme konnte man leicht bis Nachmittag im Zelt ausharren. So gesagt, so getan machten die ersten gegen zwölf Frühstück. Alles verlief wie gewohnt und bis auf die fehlende Sonne war es ein Mittag, wie so manch anderer davor, als sich drei slowenische Schönheiten ohne Begleitung nicht weit von uns entfernt niederlassen wollten. Diese willkommene Abwechslung zog die Aufmerksamkeit aller anwesenden Männer zum Leidwesen eines Mädchens auf sich, welches kurzer Hand aufräumen geschickt wurde. So, und nicht anders, frönten die Männer den Aufbauaktivitäten des attraktiven Trios und schon bald wurde dieser und jener um seinen Sitzplatz beneidet. Als sich die Schönheiten schwerlich abmühten und obwohl das die männlichen Zuschauer nicht sonderlich kümmerte, beschloss man dem vergeblichen Treiben des Herings in den Boden durch Stein und Axtschläge ein Ende zu bereiten und den ersten Grundstein für ein gemeinsames Nebeneinander, vielleicht auch übereinander zu legen: man, oder besser ich bot einen Hammer an. Diesen dankbar annehmend wurden erste nähere Blicke getauscht und man befand den ersten Anschein für zutreffend: Sie sind allein und schön. Bald darauf erhielten wir den Hammer zurück, wobei ich mich fast vor ihre Füße geworfen hätte,... da ich stolperte.
Man sah dem Treiben der drei noch ein Weilchen zu und erkannte, das es auch Menschen sind. Wenig später wurden unsere über den ganzen Morgen genährten Befürchtungen war. Es begann zu regnen. Alles halb so wild. Zwei der vier Zelte hatten ein gewaltiges Vorzelt, in denen auch rasch alles verstaut war, inklusive der Personen. Man saß gemütlich beisammen, rauchte und aß saure Gurken, sowie Knäckebrot mit „Nutty“ und freute sich, dass man nicht nass wurde. Zu früh gefreut. Aus dem Regen wurde ein Wasserfall von anhaltender Dauer. Schnell bildeten sich kleine Bächlein auf dem Boden, die das Wasser wie verabredet in die Zelte leiteten. In kurzer Zeit hatte man ein Wasserbett, einen Swimmingpool auf dem Vordach, eine Dusche und alles vereint. Jeder bemühte sich um Schadensbehebung, doch großteils war es nur Schadensbegrenzung. Und Thorsten, der von allen am lautesten schrie, „Bei mir ist alles trocken, mein Zelt hält! “, schaffte wenig später sein wichtigstes Hab ins Auto und flüchtete ins Freie. Er wollte an den Strand, das Meer beobachten. Höchstwahrscheinlich war es dort trockener als in seinem Zelt. Der Abend nahte und nach immer wieder kehrenden Schauern schien es allmählich abzuklingen. Eine Begehung des Platzes zeigte, dass es hätte schlimmer kommen können, sogar für Thorsten. Wir beglückwünschten uns selber zur mehr oder weniger gelungenen Taufe, bzw. Wasserung.
Da durch den Regen auch die Option des selber bekochens weg fiel begaben wir uns ins vertraute „Buffet Sport“ und nahmen dort unser Abendessen ein. Als wir uns wieder in eine gemütliche Runde vor unseren Zelten begeben wollten, wurde diese nur kurze Zeit später von erneut einsetzenden Regen gestört. Wir verlegten daher die Runde ins Vorzelt von Nad und Tommi, wo wir uns alle einmal etwas näher kamen.

 

Für Biernachschub war gesorgt,
auch an Zigaretten sollte es nicht fehlen
so würde man den kurzen Schauer
schon behaglich überstehen. :-)

 

Doch wir hatten die Rechnung ohne Mutter Natur gemacht, die uns sofort Rügen lehrte. Als bald flossen auch die ersten Bäche und da, wo die Rinnsale nicht ablaufen konnten, bildeten sich kleine Seen. Diese Tatsache ließ die Besitzer der intakten Zelte bangen und kurze Zeit später verließen die Besitzer des zweiten großen Zeltes die schützende Überdachung und machten sich daran sich um die Dichtheit ihres Zeltes zu sorgen. Thorsten fühlte sich durch die Gewässerchen zu seinen Füßen in seine Kindheit zurück versetzt und begann emsigst Kanäle und Dämme zu errichten, um den Wassermassen den Weg aus dem Zelt zu zeigen. Als ich schließlich mit ansehen musste, wie mein Vorzelt erneut unter den sich dort angesammelten Wassermassen akkurat zusammen brach, beschloss ich ebenfalls meinem Zelt beim Ausstehen dieser Naturgewalt bei zu stehen, baute in einem Moment, der mir geeignet erschien mein Vorzelt wieder auf und begutachtete das Innere nach Wasserschäden, wovon ich angenehm überrascht wurde.

 

Es erschien mir gar nicht lang, da war der Morgen da, aber so richtig hell war es nicht. Sollte etwa immer noch ein Regen verhangener Himmel die Strahlen der Sonne trüben ? Ein Blick auf die Uhr belehrte eines besseren. Es war gerade halb sieben und da sah ich auch schon die ersten Sonnenstrahlen den Weg in mein Zelt finden. Der Tag war gerettet. Doch zuerst musste ich noch die Tortur überstehen, weswegen ich um diese unselige Zeit keinen Schlaf mehr fand. Unser durch und durch österreichischer Nachbar bereitete sich auf die Abreise vor und packte ohne Rücksicht auf eventuell noch schlafende, wer schläft schon um diese Zeit, sein Hab zusammen, fuhr schließlich eine ¾ Stunde später ab und verpestete mir zum Abschied mit seinen ungefilterten Dieselabgasen das Zelt. Ungeachtet dessen begann der Tag, wie auch schon viele vor ihm begannen.
Alle quälten sich nacheinander aus ihrem Zelt, Zigarette, Kaffee, Klo. Bis auf Thorsten. Er übernächtigte in seinem Auto. Das war vielleicht nicht bequemer, aber sicher trockener. Und so begann er auch gleich nach dem allmorgendlichen Ritual mit der Schadensbeseitigung. Einige schlugen zwar vor diesen Aufwand zu unterlasse, Thorsten für den Rest des Urlaubs im Auto, oder einem der Vorzelte ein zu quartieren und sein Zelt als Schlammketsch-Arena für die Sloweninnen zu gebrauchen, doch letztendlich verlief sich diese Idee im Schlamm. Thorsten legte also sein Zelt trocken und wir, die schadenfroh witzelten und tuschelten, guckten zu. Man kann nicht sagen, dass es uns wenig amüsiert hätte, wenn beim sauber machen des Zeltes das selbige eingefallen wäre. Man meinte, er solle nicht zu arg putzen, vielleicht ist es tragender Dreck. Doch Thorsten belehrte uns eines Besseren.
Für den Abend war ein Ausflug nach Porec angesetzt. Lange wurde deswegen hin und her debattiert, die Für und Wider für und gegen diese Bewegungsart abgewägt, woraus sich letztendlich ergab, das Caro und Julian allein nach Porec fuhren. Für den Rest hatte Faulheit und Trägheit höhere Priorität. Also besuchten die dagebliebenen einmal das „Buffet Sport“ und freuten sich, dass es nicht soweit weg war. Den Verdauungsspaziergang beschloss man als einen Besuch der in Prospekten und auf Karten oft gesehenen und oft gepriesenen Wasserrutsche auf der sagenumwobenen anderen Seite der Bucht, die sich Valkaneda zu eigen machte. Dort angekommen und nach kurzer Inspektion zweifelten wir ob der Funktionstüchtigkeit. Die Frage, ob vielleicht Ebbe wäre, entbehrte jeglicher Antwort, die auch kurzer Hand nicht gegeben wurde.
Leicht beeindruckt von den Vorgärten, die sich die Dauercamper angelegt hatten, begab man sich auf den Rückweg. Nachdem man wieder an den Zelten angekommen war, zeichnete sich nach einem kurzen Blick ins Auto der Porec-Besucher, die man beim Spaziergang auf ihrem Rückweg antraf, ab, was Julian erstanden hatte und womit er uns für den Rest es Urlaubs vergegenwärtigen würde; ein ca. 1,70 m langer Potenzstab, seines Erachtens Digeridoo genannt. Kaum gesehen, schon gehört. Julian, erfreut, wie ein kleiner Schuljunge bei seiner ersten Eins, blies ohne Unterlass in das Rohr, und wenn atmen kein Reflex wäre, hätten wir aller 2 Minuten Wiederbelebung an ihm üben können. Aber alle freuten sich über Julians Ehrgeiz und stimmten, soweit möglich und dazu bereit, mit weiteren Instrumenten ein. Hierbei nicht zuletzt, um die Sloweninnen zu übertönen, die , welche sowieso all unseren Erwartungen trotzten und sich als Alltagstussies entpuppten, lautstark Shakira aus dem Autoradio schreien ließen und, als ob das nicht genug wäre, auch noch selber mit kreischten und jede ihre eigene Choreografie zu hopsen schien. Ich dachte, das ist also die Zielgruppe von „RTL II“ mit Sendungen wie „Popstars“. Gott sei Dank, das Autobatterien leer werden. Kurze Zeit später war dieser Unsegen auch vorbei, gleichsam unsere Spielwut. was unsere Finger und Lippen ihren Eigentrieb überließ, darauf hin aber diese im Zaum zu halten unser einzig Begehr war. So flossen die Bier und Später der Wein, als hätte man's verdient und ebenso wurden auch die Ruhestätten aufgesucht.

 

Der Sonntag begann nicht wirklich anders als so mancher Tag vorher begann. Ich stieg als erster aus dem Zelt, blickte nach links und sah zwei Gesichter, die mich wie eine urteilende Jury ansahen. Vor meinem geistigen Auge hielten sie noch Haltungsnoten hoch, die meinen gekonnten Ausstieg bewerteten. Nach und nach krochen die anderen aus ihren Zelten und besannen sich ihres Urlaubszieles. Nach Kaffee und Zigarette suchte man sich den Sinn des Sonntags ins Gedächtnis zu rufen. Es war der Tag des WM-Finales und aus diesem Grund aßen fünf von sechs im "Buffet Sport", weil da ein Fernseher stand und das Endspiel genau in die erste Mahlzeit passte: 13.00 Uhr. Doch nicht nur wir, sondern auch etliche andere Campingplatzbesucher hatten dieses Anliegen, so dass wir uns etwas eher dort einfanden, dennoch zu spät. Unser Platz war mittelmäßig und eigentlich für vier Personen noch zu klein. So aß man mehr schlecht als recht, und die sich bald einstellende Langeweile zwang mich zur Bezahlung mit anschließender Flucht. Der Verlauf des Spieles wurde auch für Nicht-Fußball-Fans ausreichend kommentiert, da bei jeder Torchance ein jammerndes Raunen nebst ausgetrockneter Strohballen durch die Wege zogen und bei Toren lautes Urgeschrei hörbar wurde, so dass sich sämtliche Vögel im weiten Umkreis aus den Baumwipfeln erhoben und fluchtartig die Gegend verließen. Das passierte zwei mal, somit auch der Ausgang des Spieles die Brasilianer als Weltmeister hervorgehen ließ. Es dauerte auch nicht lange und die Zuschauer unseres Kreises, die das Spiel bis zur letzten Minute verfolgten, kamen zurück und wieder erhob sich die Frage, ob man denn am Abend nach Porec fahren sollte. Kurze Zeit später hatte man auch schon die Antwort darauf: „Lieber erst morgen, da Sonntag ist und Sonntags keine Geschäfte auf haben.“ Diese Alibi-Lüge wurde von der Allgemeinheit toleriert, trotz das jeder wusste, dass in Touristen-Ländern die Arbeitszeiten etwas anders , sogar viel anders sind, als die in Deutschland. Doch das Thema ward schnell abgetan und man entschied Minigolf vor zu ziehen. So kochten die, die dran waren, und das, wie immer vorzüglich. Man speiste und nach kurzer Verdauungsanregung setzten wir uns in Bewegung den Minigolfplatz auf zu suchen. Schnell hatte man auch die Schläger und genügend Bälle erhalten, und es konnte begonnen werden. Der Regeln nicht wirklich mächtig beschloss man dahingehend flexibel zu bleiben, als dass für jeden Spieler Vor- oder Nachteile entstehen. So musste jede Schikane zumindest probiert werden und beim 6. Fehlversuch durfte von der Stelle, an welcher der Ball zum stehen gekommen war, weitergespielt werden. Dies erhöhte den Spaßfaktor ungemein, veranlasste uns jedoch wenig später die maximale Anzahl an Schlägen auf fünfzehn zu begrenzen, um der Verzweiflung weit möglichst aus dem Weg zu gehen. So schafften wir es doch nach einiger Anstrengung und ein Verlierer konnte ermittelt werden, welcher mit der Schriftführerin als nächstes für sauberes Geschirr zu sorgen hatte. Seinen Ausklang fand der Abend am Strand, mit einigen instrumentalen Experimenten und, als die erste Flasche Bier leer war, anschließendem „Wahrheit oder Pflicht“, welches ein immer lukratives Spiel ist, da nach dem Gesetz der Stochastik die Anzahl der Amusements gleich (die Anzahl der Mitspieler minus 1) mal der Anzahl der Runden ist. Doch war mir doch vorher schon bewusst, dass die Gesetze der Stochastik in meiner Umgebung außer Kraft gesetzt sind und dafür Murphy's Gesetz gilt, aber wer keine Geheimnisse hat, der hat auch nichts zu verbergen. Man wurde des Spieles langsam überdrüssig, zu mal auch das, was in Erfahrung gebracht werden wollte und sich fast ausschließlich um Intimitäten drehte, in Erfahrung gebracht werden konnte. So verließ einer nach dem anderen den Strand und fand den Weg in sein Zelt.

 

Und wieder war Montag. Es begann sich ein gewisser Trott einzustellen. Gelegentliche Spitzen führten zu leichten Depressionen, auch meinerseits und so entschloss ich vorerst allein meinen Wünschen nachzugehen, was sich für mich als weise Entscheidung herausstellte. Ich verbrachte den Tag mit Lesen, Yoga-Übungen, oder zumindest Entspannungsübungen, und verfeinerte meine Sinne, in dem ich versuchte Körper und Geist in Einklang zu bringen, welche in letzter Zeit doch so in entgegengesetzte Richtungen strebten. Gegen Abend wollte man einmal der Seefahrt frönen und wir liehen uns einen Wassertreter aus. Tommi, Thorsten, Nad und ich, wir rissen uns nicht gerade um die beiden Tretvorrichtungen, doch der Sinn etwas auf ungewöhnlicher Materie in Gang zu bringen zog mich unnachgiebig an, woraufhin sich Thorsten vermutlich höchst ähnlich beeinflusst das zweite Pedalenpaar schnappte. Somit oblag es den anderen Beiden ihr Gewicht so zu verteilen, dass man halbwegs waagerecht im Wasser lag. So schipperten wir mit Wonne hinaus aufs Meer und ließen uns bereitete Grenzen in Form von Bojen und Strickgeflechten hinter uns, in dem wir drunter durch fuhren. Vom Wasser aus schauten wir uns den Küstenstrich des Campingplatzes einmal genauer an, doch drängte es mich weiter hinaus zu fahren und wenigstens einmal in diesem Urlaub ins Wasser zu springen. Nun, ich tat es dann mehrmals, auf nahezu jede erdenkliche Weise, entgegen allen Bedenken der mitfahrenden. Als wir am Ende unserer erkauften Wassertreterstunde angelangt waren, begaben wir uns auf den Rückweg, jedoch nicht ohne Nad immer wieder allein auf dem Wassertreter zu lassen und durch ungeschickte Aufsteigtechniken, die das Gefährt ins Wanken brachten, ihr das Gleichgewicht zu rauben. Man hatte also dem kindlichen Gefühl nachgegeben und sich mehr oder weniger austoben können.
Da auch Montag war und Porec doch nun tatsächlich in die Tat umgesetzt werden sollte, begann man mit der Ausgehfeinmachung und setzte sich in Bewegung. In Porec angekommen hielt man am erstbesten „Konzum“ um sich für den späteren Abend provisorisch mit Alkohol einzudecken. Hinzu kam, dass uns die alkoholfreien Getränke mit Geschmack ebenfalls zur Neige gingen, so dass auch hier Abhilfe geschaffen werden musste. Anschließend stürzten wir uns ins Getümmel, welches ganz anders als das bereits erlebte die Sinne reizte. Wo man noch leere Gässchen in malerischsten Konturen bestaunen konnte, wo man auf dem Pflaster der Straßen durch kürzlichen Regen das Abbild der altertümlichen Häuserfronten, da drängelten sich Touristen, Trödelverkäufer und Softeisartisten und ließen nichts von dem rustikalen Reiz der Stadt, so wie sie sich vor ca. 3 Jahren in meiner Erinnerung einprägte. So drängten wir uns durch die Massen und schon fehlte Julian. Nicht, dass uns das verwundert hätte, doch besorgt hätte man auch trotz dessen sein können. Schließlich fanden wir ihn, oder er uns, und da er nur mitgefahren war, um Geld zu holen, lief er kurzerhand nach Hause, sprich 12 km zum Zeltplatz, nach dem er sein Vorhaben erledigt hatte. Da diese Stimmungswandlung keinen von uns wirklich neu war und keiner in Grübelei um sein Verhalten verfallen wollte, machte man sich auf den Weg ins Stadtinnere, um ein geeignetes Lokal für das Abendessen zu suchen. Schließlich fand man ein nettes Örtchen, welches weit ab vom Trubel in einem kleinen Gässchen lag. Hier ließ es sich sehr gut speisen und nachdem unseren Wünschen genüge geleistet wurde, begab man sich um einiges träger auf den Rückweg, welcher nicht minder mit Menschen angefüllt war. Dennoch schafften wir es zu den Autos, wenig später auf den Campingplatz und noch ein wenig später in die Zelte.

 

Es wurde Dienstag, und der Himmel verhieß nichts Gutes. Es war trüb und die Sonne offenbarte ihren Standpunkt nicht. Aufkommender Wind ließ uns gar nicht erst hoffen es könne besser werden. Also kam man auf die Idee diesen Tag mit einer Ausfahrt nach Rabac zu nutzen. So machte man Mittag mit gewohnter Dosenfutter-Zeremonie und als dann auch noch Tropfen von Wasser aus dem Himmel unsere Haut zu benetzen begann, verlieh uns das gleich umso mehr Antrieb, weil wir dachten nach Rabac auch in heiteres Wetter zu fahren. Also machten sich fünf auf den Weg, Julian wollte noch ein bisschen allein sein, und bis an die Zähne bewaffnet mit Karten und Atlanten, in denen sogar „Karrenwagenwege“ eingezeichnet sind konnte man sich gar nicht verfahren, auch wenn man es gewollte hätte, zu mal auch alle Wege nach Rabac führen. Doch die Istrische Verkehrsleitphilosophie belehrte uns eines Besseren:
Erstens: Eine von tausend Karten, natürlich genau die, nach der man sich orientierte, war alt. Somit gelangten wir mißverständicher Weise auf eine Straße, die erst in Planung war. Dies erkannten wir daran, dass die Abfahrten erst noch gebaut werden mussten, wodurch wir ca. 40km wissentlich in die falsche Richtung fahren mussten.
Zweitens: Nicht alle Straßen führen nach Rabac, sondern nach Pula. Dies wurde uns ersichtlich, als wir sahen, dass eine Hauptverkehrsstraße in der einen, sowohl auch in der anderen Richtung Pula als Zielort auswies.
Und drittens : Sollte man einmal die freie Wahl unter zwei Routen haben, so sollte es einem nie egal sein, welchen man von den beiden einschlägt. Man sollte immer darauf bedacht sein den Schlechteren zu wählen und somit der Gefahr aus dem Weg gehen, dass man auf einer Straße fährt, die kürzlich erst erbaut wurde und deshalb eventuell nicht auf den Karten verzeichnet sein könnte. Durch Glück oder Zufall, wer weiß, kamen wir in Rabac an, wo ich provisorisch die Führung übernahm, weil ich ja schon mal hier gewesen bin und mich auskennen müsste. Ich konnte nur feststellen, was ich in den zuvor besuchten Städten auch schon feststellen musste, die ich schon mal außerhalb der Saison besuchen konnte. Es waren bei weitem mehr Menschen zugegen und da, wo Lücken in meiner Erinnerung waren, verstand sich mein Gedächtnis darauf diese herauszunehmen und eine nahtlose Erinnerung zu generieren. So fehlte ein Küstenstrich komplett, was uns einen Laufaufwand von ca. 1km bescherte, in meiner Erinnerung aber nur wenige Meter darstellte. So wanderten wir also umher und suchten Sehenswertes, außer der Küste, konnten aber nur enttäuscht werden, da die Küste entlang fast nur Hotels und Ferienapartments aufzeigte, und die Häuser, in denen die ca. 300 Einwohner lebten einen Aufstieg erfordert hätten. Doch niemand ist ein Freund von Treppen und so begnügten wir uns mit den Bars und Cafés, welche die Promenade zu bieten hatte. Auch das, mit dem Wetter trug sich nicht so zu, wie wir es erhofft hatten und somit entschlossen wir uns noch vor dem Abendessen zur Rückfahrt. Da wir nun dachten uns der Irrwege, die Istrien für uns bereithielt vollends bewusst zu sein, beschlossen wir den einfachsten Rückweg zu wählen und selbst hier wurden wir, zwar nur geringfügig an der Nase herum geführt. Ohne weitere Vorfälle kamen wir am Campingplatz an, wo wir uns erst mal etwas zu essen machten und anschließend, wenn auch schon während, entbrannte eine heiße Diskussion, über eine Begebenheit, die sich in Rabac zugetragen hat, und an der ich keine Unschuld hatte. So versuchte ich ein Kettchen zu klauen, im stolzen Wert von 2€, doch das missglückte, und stattdessen verlor ich 2€. Lange debattierte man über Recht und Unrecht, Behörden und Selbstjustiz, Wirtschafts- und Gesellschaftsformen ohne einen Konsens zu finden, außer dem, dass die Menschheit unreif ist, alles versucht und nichts zu Ende denkt.
So ging auch dieser Abend zu Ende, doch noch nie vorher saßen alle so lange zusammen.

 

Und wieder einmal Mittwoch. Nun schon zum dritten mal, aber mit dem gleichen Enthusiasmus wie das zweite Mal. man gedachte der vielen Tage, die man nun schon zusammen verweilte und sprach über vergangene Erlebnisse, als seien sie schon Jahre vergangen. Die Blicke schweiften über den Platz; nichts hatte sich verändert. Nach einer Weile bekam man Hunger. Diejenigen, welche laut unserem Rotationsverfahren an der Reihe waren, veranlassten diejenigen, die laut Rotationsverfahren abwaschen mussten, zum abwaschen. Wenig später konnte man von sauberen Geschirr speisen und man wusste, dass für mindestens 3 Stunden keine Arbeit mehr aufkommen konnte für welche man ausführende Personen braucht und von denen man eine sein könnte. So verfielen alle wieder in ihr vom Essen unterbrochenes Tageswerk mit der selben Emsigkeit, jedoch in der Mehrzahl horizontal, als vertikal.
Als die zweite Mahlzeit an stand, erbarmte sich Thorsten und ich das Gewicht auf der Rückfahrt weiter zu verringern und wir machten uns zu zweit über den Familytopf Hühnersuppe her, während die anderen vier eine neue Lokalität innerhalb des Campingplatzes besuchten, welche erst kürzlich ihren Betrieb, höchstwahrscheinlich saisonbedingt, wieder aufgenommen hat. Als Thorsten und ich mit dem überaus reichlichem Mal fertig waren, stand uns der Sinn nach etwas Aktivität, geistlich, versteht sich. Mir fiel ein, dass Tommi sein Schachspiel mitgenommen hatte. Schon oft hatten wir uns gesagt „Wir könnten ja morgen mal Schach spielen“. Ich habe das Schachspiel in den vergangenen zwei Wochen nicht ein einziges mal gesehen. So gründlich wir auch suchten, an den Stellen, wo wir uns hin wagten konnten wir es nicht erblicken. So gaben wir schließlich auf und entschieden uns die anderen in der neuen Stätte zu besuchen.
Die Musik konnte man schon ganz gut von unseren Zelten aus hören und ließ im Hinblick auf Alter und Weisheit keine Hoffnungen wachsen. Und in der Tat, als wir in Sichtweite waren, erblickten wir Teenies, im Alter zwischen 14 und 18 Jahren, die an den reichlich vorhandenen Spielautomaten und Billardtischen herum drückten und sich gegenseitig imponierten. Glücklicherweise brauchten wir bloß vorbei gehen, denn hinter der Spielhölle á Miniatur befand sich unser eigentliches Ziel: Eine Art Tanzcafé im Freien. Viele Tische, an denen sich Urlauber ihre Getränke in die Kehle schütteten und eine Tanzfläche, der sich großteils nur Kleinkinder an nahmen. Wenn man als Eltern seinem Kind zusehen kann, wie es zu abgedroschener Musik, wieder aufgewärmt, das Tanzbein mit weniger Grazie, dafür umso mehr Agilität und Tollpatschigkeit schwingt, kann ich mir vorstellen, wie die Augen dieser Eltern leuchten können. Doch ich mochte diese Musik nicht und ich mag kreischende Kleinkinder nicht. Man mag es Befangenheit nennen, doch dieser werde ich mich höchstens mit einem eigenen Kind entledigen können. Es wurde also Zeit zu gehen und den letzten ganzen Tag anders zu genießen. Man machte sich noch einmal auf zum Strand und verbrachte den Abend mit einer Art Abschied vom Meer, denn so, wie jetzt würde ich es mir am nächsten Tag nicht vergegenwärtigen können. Und noch einmal Handstand zum Meeresrauschen, doch die Biers machten sich schon bemerkbar, somit blieb es bei den Aufwärmübungen.

 

Der Donnerstag war in diesem Sinne der letzte Tag im Urlaub. Wir gingen es ganz gemütlich an. Man plante, wie man das Geld für den Campingplatz auftreiben sollte, was heute schon gepackt werden könne, ob man die Zelte zu hause nochmal aufbaut und die Reinigung beim Abbau weg lässt, zumindest in dem Umfang, was sollten wir mitnehmen auf die Fahrt, doch am wichtigsten: Würden wir vor 8.00 Uhr hier wegkommen ? Wir hatten nämlich leider einen Konflikt verursacht. Im Laufe der letzten Tage kamen zwei verschiedene Parteien zu uns, die fragten, einmal auf Englisch, einmal auf Deutsch, wann wir abfahren würden. Wir sagten beiden die Wahrheit, vergaßen allerdings beiden voneinander zu erzählen. Somit war für uns klar, dass diese beiden Parteien spätestens Freitag 8.30 Uhr, eher eher, aufeinander treffen würden. Und dieses Ereignis wollten wir uns ersparen.
Am Abend verabschiedeten wir uns noch einmal von Vrsar. Wir besuchten ein Lokal, dass wir bisher immer übergangen hatten und wurden von der Küche angenehm überrascht. Wir bestellten fast alle zu viel, sogar ich, so dass wir auf jeden Fall satt „Auf Wiedersehen“ sagten. Zu guter Letzt verabschiedeten wir uns noch von dem Bankautomaten, der uns das Geld für die Bezahlung des Campingplatzes aushändigte. Wieder auf dem Zeltplatz angekommen packten wir schon einmal alles, was wir nicht mehr brauchten zusammen und verbrachten den Rest des Abends in einer gemütlichen Runde und gedachten der Erlebnisse, die wir zu sechst durchlebt haben und entschuldigten uns noch einmal bei allen für eventuell übertriebenen Sarkasmus, doch das war niemandem aufgefallen. Und so ging der Abend nicht so spät, wie sonst zu Ende.

 

6.30 Uhr war Weckzeit, die auch pingelig genau eingehalten wurde. Wir quälten uns aus den Zelten und machten uns schleunigst ans Kaffeekochen. Leider ging das nur in zwei Schichten, so dass die, welche später, und deshalb zu kurz gekommen sind schon mal mit dem Ausräumen der Zelte begonnen hatten. Und schon war der Abbau im vollen Gange. Alles verlief ohne weitere Komplikationen, da auch weniger wieder mit zurück genommen, als hergebracht wurde. Man denke dabei an die fünf Paletten Bier, die unzähligen Futterkonserven, oder die Klappstühle, von denen zwei ihren Lebensabend in Kroatien verbrachten. Zwischendurch wurde der Platz bezahlt und von dem Restgeld holte man noch notwendigste Verpflegung für die Fahrt und sowie Zigaretten. Alles in Allen waren wir kurz nach 8 Uhr fertig zur Abreise, und doch zu spät, um den beiden besagten Parteien zu entgehen. Doch unser Konflikt sollte es nicht sein, wir erwarteten noch Tommi vom Klogang zurück und machten uns davon.
Zur Rückfahrt gibt es im Großen und Ganzen nicht viel zu sagen. Wir hatten keinen Ärger an den Grenzen, raus lassen tun sie dich immer, und da Julian und ich die Leithammel waren, konnten wir uns auch nicht verfahren. So kamen wir sicher wieder in Glauchau an, und der Alltag konnte wieder beginnen.

 

Ende


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