Flashed by Prodigy


Wenn man Samstags zu Prodigy geht, muss man vorher und hinterher zocken. Das machen wir ja immer so. Jedesmal. ;o)

 

Freitag

 

Nach der leidigen Arbeit schnickte ich gleich zu Smoe, der mir feierlich seinen Hausschlüssel überreichte, damit ich schonmal alles umwerfen und vollkrümeln konnte. Außerdem holte ich Wein, Nudeln, Tomaten und so Zeugs, damit wir später nicht ganz nahrungsmittellos dasaßen. Apoc holte Yakumo aus Chemnitz ab und wie abgesprochen erschienen sie gleichzeitig mit Smoe so gegen 19 Uhr.

 

Flugs alles hochgewuchtet, fingen wir auch schon mit Mittelerde an. Patch 1.02 war ja gerade rausgekommen und wir wollten sehen, wie sich die Balancing-Änderungen auswirken: Bei Gondor wurde ja ziemlich viel verteuert, dafür Unterstützungszauber verstärkt, Rohans Ents verstärkt und Elbenkrieger geschwächt, bei Mordor die Nazguls sind jetzt schneller, dafür normale Orks sehr schwach. Isengarts Warge sind nicht mehr ganz so resistent mit voller Rüstung, aber Saruman hat jetzt Führungsbonus.

 

Die ersten Spiele waren noch Geplänkel, um die Zeit zu überbrücken, bis Psycho mit den Gastspielern Kreisel und Schubi auftauchte. Das dauerte aber nicht lang, gegen 20.45 warnse da. Dafür dauerte das Installieren von XP bei Yakumo um so länger!!1 Goddamn shit, man!! Irgendwann war aber auch das geschafft und Pizza war angekommen, so dass wir endlich beginnen konnten. Verteilung war Folgende:

 

Apoc - Gondor
Keimling - Mordor
Kreisel - Mordor
Psycho - Isengart
Schubi - Gondor
Smoe - Rohan
Yakumo - Gondor

 

Da es blöderweise nur eine Standardkarte mit mindestens 7 Plätzen und Startpunkte als Festung gibt, musste diese eben immer herhalten. Das erste Spiel ging klar an die böse Seite, die Nazguls rockten die Hütte und Reiterei hatte gegen Olifanten und Warge wenig zu melden. Da sie so übel abgerippt wurden, beschlossen die Jungs, ihre Strategie umzustellen und gewannen auch prompt, indem sie mehr auf Feuerpfeile und Gandalf gingen. Smoe ist mit Rohan extrem stark und entschied mehr als einmal mit seinen Ents die Schlacht. Diese Taktik perfektionierten sie noch weiter in den nächsten 3 Spielen und die dunkle Seite sah kein Land mehr. Obwohl Gandalf mit Patch keinen Nazgul mit nur einem Spruch vom Himmel holt, so fehlt doch dazu nicht viel und Bogenschützen machten sie fertig. Ich hatte zwar eine effektive Gegenstrategie mit Schleudern, doch wir schafften es nicht, unsere Truppen zu vereinigen und jeder kämpfte an anderen Fronten, so dass entweder der alte Zottelstinker-Gandalf oder Reiterei die Schleudern zermatschte.

Selbst als wir die Karte wechselten und Startpunkte nur Lager waren (ohne Mauern), wurden wir von den Menschen besiegt. Aber die Spiele waren grandios! Immer ein Hin und Her, gegenseitig wurden sich die Expansionen abgejagt. In den Replays sieht man, dass mehrere Schlachten zur gleichen Zeit tobten und oft auch Ruhephasen auf die gleiche Zeit fielen. Interessant, dass wir alle ungefähr den gleichen Rythmus hatten.

 

Kreisel und Schubi waren erwartungsgemäß nicht ganz so stark, aber sie hatten ja vorher auch kaum gespielt. Später ging das aber immer besser und das eine oder andere Mal kippte ein zusätzlich auftauchender Gandalf oder Nazgul den Kampf. Nach etwa fünf Spielen war es ungefähr 6 Uhr morgens, was eine formidable Zeit zum Schlafengehen ist. Apoc und Yakumo waren nur für den Freitag da und wollten wieder heim. Da Apoc noch recht fit war, machten sie sich gleich auf, während ich wie tot umfiel. Sorry, wegen der verpeilten Verabschiedung.

 

 

Samstag

 

Ok, ok - wenn es hell ist, schläft man beschissen. Aber das muss man mal erlebt haben. Nach dem Stand-Up-Frühstück (ca. 14.30 Uhr) wollten wir gleich die im Halbschlaf entstandenen Strategien testen. Psycho allerdings nicht so, also probierte ich mal Isengart, dazu Kreisel als Mordor gegen Smoe (Rohan) und Schubi (Gondor). Die Karte war recht klein und so konnte Smoe nicht gut expandieren, was ihn ziemlich schnell alle machte. So hatte ich Zeit, an Schubi mal die Minen auszuprobieren. Guter Trick, um einen kleinen 3er Expansionspunkt mit einem Mal wegzukriegen, wenn Feuer-Bogis da sind: Man stellt seine Mine leicht abseits außerhalb des Blickfeldes, greift offensichtlich den Punkt an und lenkt so das Feuer auf sich. Jetzt rennt man mit der Bombe locker bis in die Mitte der kleinen Basis. Danach einfach die anderen Truppen wieder abziehen - wenn die außer Reichweite sind, schießen die blöden Bogis automatisch auf die Mine und *FUMMMM* ist alles Brei. 8o)

 

So langsam wurde es Zeit, dahin zu gehen, weswegen wir überhaupt in Leizig waren: The Prodigy rief. Fahren wir doch mit der Bahn, es ist nicht so weit. Gut, machen wir 19 Uhr rum los, da sind wir bis 20 Uhr da. Warten wir einfach noch schnell auf Smoe's Leute.
*wart*
*wart* *anrufundkotzweilnichtrangeh*
...
*wart*
usw.

 

So ging es, bis es ca. 19.30 war und wir vorm Haus feststellten, dass wir es so nicht mehr schaffen. Also erbarmte sich Psycho, doch zu selber zu fahren. Gottseidank waren wir trotz typischem Parkplatzlotto noch pünktlich da. Wir hatten auch genug Zeit, nochmal aufs Klo zu gehen und uns an schöne Plätze zu schieben, weil die drei Jungs nicht ganz so pünktlich waren wie wir. Vorher stimmten uns 2 DJs mit locker breakigen Sachen ein.

 

Smoe und ich standen ca. 2m von der Bühne entfernt, als es dunkel wurde und Liam als Erster auf die Bühne kam. Ein paar coole Sounds und ein Hihead setzten ein, dann erschien ein Gitarrist und legte mit den Riffs von "Their Law" los.

 


Keith und Maxim kamen hervor und zum Spotlight krachte der erste, fette Bassdrum. Die Menge sprang zum Beat und tausend Hände wippten der Bühne entgegen. Geil, wieder die Gänsehaut im Nacken zu fühlen, die mich bei solchen fetten Events erwischt.

 

Das war nur der Anfang, gleich folgte "Breathe" und "Smack my bitch up", was einen live so dermaßen ausrasten lässt! Wir pokten und tanzten, als wär es das letzte Mal, quittierten jede Anfeuerung mit Jubel und jeden neuen Beateinsatz mit der Entladung aller Spannung voriger Pausen. Unbeschreiblich, als ich beim Umdrehen die headbangenden, wippenden Massen sah, die mir das Gefühl gaben, für mich zu tanzen. Cindy hatte uns ja eigentlich gewarnt, dass es bei dem Poken ziemlich hart zugehen soll, doch ich fand das nicht. Klar war es nicht ganz ohne, beim Abspringen plötzlich 1,5m nach vorn geschubst zu werden. Doch wenn es im Takt ist? ;o)

Auf diese Weise stand ich auch plötzlich genau vor der Bühne, als hätten alle Platz gemacht und ich war ganz nah dran. Geil, doch atmen war an der Stelle unmöglich, also Kopf nach oben und zurückgeschwommen. Alles war sehr nett, wenn man das Gleichgewicht verlor, wurde man auch freundlich wieder aufgerichtet.
Nach "Mindfields" stieß ich an meine konditionellen Grenzen und ich wollte raus, mich am Wasserhahn laben, als die verzerrte Gitarre von "Firestarter" einsetzt. Die Massen toben, wieder tausende Hände, die hochgehen und ich scheiße auf meine Dehydrierung. Rechtzeitig bin ich wieder an meinem alten Platz und das *BOUMMM* lässt Halle und Publikum zum Takt im Stroboskoplicht schwingen.

 

Später ging ich dann doch raus, aber nicht lange. Große Highlights waren noch "Poison" mit einem Live-Drummer, der genial improvisierte und dann "Out of Space" in der Zugabe.

 

Insgesamt ging das Konzert nicht länger als 80 Minuten, doch die Drei rocken einfach so derbe, dass man es länger garnicht aushält. Das Publikum ist dann einfach so fertig, dass es einem nichts ausmacht. Das Geld war es auf jeden Fall voll wert. Als wir raus kamen, bemerkten wir noch das Feuerwerk im entkernten Wohnhaus gegenüber (Insider... ;o) und Smoe und ich kauften uns für 2 Euro jeder ein Poster. Später fasste Kreisel den Abend perfekt zusammen: Wir wurden geflasht!

 

Tja, absolut geiles Konzert, doch erst kurz nach 22 Uhr, also was machen? "Gießerstraße" war die Antwort. Das ist ein Fabrikgelände mit langem Innenhof und etlichen Räumen. Draußen standen wir lange am Lagerfeuer, lernten dabei total mit Äppelwoi besoffene Franken kennen, die ständig nur "Porgeeett" sagten. Bis wir rausfanden, dass sie das sächsische "Parkett" meinten, verging 'ne Weile.
Weiter oben wurde Goa aufgelegt und so entluden Smoe, Kreisel und Psycho ihre Restenergie zum treibenden Beat. Ich machte schlapp, war ziemlich alle. Etwa gegen 2 Uhr machte sich der Wunsch breit, abzuhauen. Nur Schubi hatte ja noch nicht getanzt und so mussten wir noch warten, bis er schmerzlich verstand. ;o)


Wann wir dann genau wieder bei Smoe waren, kann ich nicht sagen, aber diesmal war es noch dunkel. Noch ein Gute-Nacht-Dübel und dieser herrliche Tag war vorbei.

 


Sonntag

 

Hier war nicht mehr viel los, in aller Herrgottsfrühe (12 Uhr???) brachen Psycho, Kreisel und Schubi auf, während ich noch Zeusch kopierte. Kurz danach war aber das auch vorbei und der endlose Heimweg winkte. Mittlerweile kündigte sich schon der Muskelkater in Oberschenkeln und vor Allem Waden an, der mich bestimmt noch eine Weile begleitet. Schließlich hatte ich den Großteil des Konzerts in der Luft verbracht. Vom restlichen Sonntag hab ich dann nicht mehr viel mitbekommen, außer dem saumäßigen "Episode II" am Abend.

 

Kann jetzt mal bitte einer die Treppen entfernen?! AAAU! GODDAMN SHIT, MAN!!!1