Ein typischer Tag im Leben eines Fachinformatikers


in neuer Tag beginnt... in aller Herrgottsfrühe komme ich gut gelaunt auf Arbeit an, um den Herausforderungen von heute entgegenzutreten. Wenn andere noch in ihren Betten liegen, steht der Fachinformatiker schon mitten in der Nacht auf und kämpft sich durch das Dunkel zu seinem geliebten Arbeitsplatz.

Ich beginne gewissenhaft und schaue mir meine Aufgaben genauer an. Ahh, wieder viel zu tun, also keine Zeit verlieren!

Als Erstes steht wieder Routinearbeit an. Ich werde gefordert und stürze mich in endlose Schufterei. Doch mein bester Lohn ist die Gewißheit, wieder produktiv und erfolgreich gewesen zu sein.

Die Schwerkraft ist zwar mein Feind, doch ich werde sie überlisten.


Mist, ich bin mit dem Gesicht auf meine Arbeit gefallen. Das Werk von Stunden ist dahin...

Wie aus dem Nichts werde ich plötzlich angegriffen! Ein gefürchteter Attacker befällt meinen Arm und verbeißt sich in das zuckende Fleisch. Vor Schmerz werde ich beinah ohnmächtig.

Doch mein jahrelanges Training in den besten Fachinformatikerschulen hat sich bezahlt gemacht. Durch Ausharren bekomme ich die Situation in den Griff und hauche die Bestie zu Tode. Wiedereinmal hat sich gezeigt, daß der scheinbar so sichere Beruf ein brutales Kämpfen um Leben und Tod bedeutet.

Die Verletzungen sind schlimm. Ich frage mich, ob die später deutlich sichtbaren Narben den ganzen Aufwand wert sind. Doch, denke ich. Wer kann sich schon so erfolgreich behaupten. Wer sonst würde außerdem diese Qual und den Streß jeden Tag erdulden, wenn nicht wir, die Besten der Besten.

In mir reift die Angst, ob ich heute Nacht Blutdurst verspüren werde...


Da seh' ich, es ist Mittagszeit. Nach stundenlanger Arbeit gönne ich mir diese kurze Pause, um mal kurz Luft zu schnappen. Zwar reißt es mich aus meinem Schaffen, doch ich weiß, ich habe schon viel erledigt.

Das karge Mahl eines Fachinformatikers. Nur Wasser und Brötchen geben mir die Kraft, weiterzuackern. Ich mag das essen, denn mir ist bewußt: In einem hungernden Körper lebt ein wacher Geist.
Auf daß ich so zäh wie das Schnitzel werde!

Der kurze Abstecher nach draußen ist vorrüber. Ich beeile mich, wieder an meinen Platz zu kommen - die Aufträge warten.

Ich bin zur rechten Zeit gekommen - ein Anruf. Ich eile freudig ans Telefon, um der leidgeplagten Seele beizustehen. Man tut was man kann, und ich kann viel.

Was für eine Freude! Die alten Bekannten sind dran.

Der Staumeister einer Talsperre hat ernsthafte Probleme mit dem Leitsystem und ist sichtlich erleichtert, mich zu sprechen. Ich beruhige ihn erstmal, durch meinen jahrelangen Kundenkontakt weiß ich, was zu tun ist.


Verzweiflung ereilt mich... verdammt, was kann ich nur tun? Ich glaube, wir müssen alle in einem elenden Hochwasser verrecken!!! Verdammt, verdammt, verdammtverdammt!

Doch seine detaillierte Problembeschreibung hilft mir weiter und ich kann mit der Analyse beginnen.

Verzwickt - es ist schwieriger als ich dachte. Ausgeklügelte Problemlösungsstrategien helfen mir.


Glück gehabt. Es stellt sich nach umfassender Recherche heraus, daß alles nur ein Bedienfehler war und das Leitsystem korrekt gearbeitet hat. Na warte, der Blödsack wird sich wundern !!

Ich rufe auf echte Fachinformatikerweise zurück und scheiße ihn ordendlich zusammen. Der traut sich nie mehr, hier anzurufen, harhar! Schließlich sollte er wissen, daß er es hier mit Profis zu tun hat.

Langsam wird es Zeit, man muß auch mal wissen, wann Schluß ist. Ein anstrengender und erfolgreicher Arbeitstag geht zu Ende. Ich freu mich auf morgen, wenn es wieder ran geht. Hach, das Leben kann so gut sein.

Achja, irgendwie stellte sich später raus, daß es wohl doch kein Bedienfehler war... diesem verdammten Staumeister muß ich wohl doch noch mal gehörig die Meinung blasen!


Ich wußte gar nicht das ein Keimling blasen kann...:) Ich wünsche frohe Weihnachten und ein FEUCHT, fröhlichen Rutsch ins neue Jahr!!!