Der Zins - der Fehler in der Matrix?


Ist der Zins ist ein Fehler?

 

Heutzutage kann er offensichtlich Naturgesetze überwinden, in dem er Dinge aus dem nichts erschafft. Von was schreibt der Typ? Fangen wir am Anfang an: Ursprünglich ist der Zins das Entgeld für geliehene Sachen. Man leiht sich also ein Buch und wenn man es zurück gibt, bringt mein eine Flasche Wein mit. Diese Flasche ist der Zins. Aus Weinflaschen sind im Manager-Zeitalter natürlich Stammaktien, Fondanteile oder Zertifikate geworden. Was auch immer als Zins gezahlt wird, man gibt immer mehr zurück als man geliehen hat, typischer Weise in finanzieller Form. Da werden die übernatürlich Kräfte des Zins langsam spürbar. Offenbar wird davon ausgegangen, dass man durch das Ausleihen in der Lage ist, einen Mehrwert zu erschaffen.

Halten wir mal fest: In der Finanzwelt ist der Zins ein Mehrwert. Man leiht sich 100€ bei einer Bank und zahlt 110€ zurück. Leiht man sich eine Maschine, die sich während des Leihvorgangs abnutzt, ist der Leihzins kein Mehrwert, sondern ein Ersatz. Ja, wird man denken: "Na logisch, ist ja klar, genau so funktionierts". Aber genau an dieser Stelle wird der Zins magisch, er entwickelt übernatürliche Kräfte, denn im Falle der Bank entstehen 10€ per Definition aus dem Nichts.

 

Versetzen wir uns in ein abgeschlossenes System - ein Land mit einem Einwohner und einer vollautomatischen Bank. Diese Bank produziert 100€ und der Einwohner erhält 50€. 50€ behält die Bank (man will ja flüssig sein). Jetzt will der Einwohner einen Kredit und leiht sich 20€ von der Bank. In ihrer unendlichen Großzügigkeit (alle Banken sind unendlichen großzügig) gibt die Bank dem Einwohner die 20€ mit der höflichen Bitte 25€ zurückzugeben. Der arme Einwohner muss es jetzt irgendwie schaffen, aus dem Nichts 5€ zu erschaffen. Der einzige Ausweg ist, illegal Geld zu drucken, da das abgeschlossene System ihm nicht die Möglichkeit bietet, jemanden zu finden, der ihm 5€ gibt.

 

Im richtigen Leben gibt es natürlich kein abgeschlossenes System, oder? Wir haben doch Arbeitskollegen, Nachbarn, andere Städte, andere Bundesländer, andere Nationen, andere Kontinente, ganz viele Möglichkeiten den Fehler des scheinbar übernatürlichen Zins auszugleichen. Das nennt man dann Globalisierung - offene Grenzen, Einheitswährung, Einheitssprache - abgeschlossenes System?

 

Nun ist der Zins und überhaupt das ganze Geld nur eine Notwendikeit unserer Wirtschaftssysteme und theoretisch müsste die Welt doch auch ohne einen Geldkreislauf funktionieren, oder?


Alter - eine handfeste Kapitalismuskritik in der TdM... auchnoch ernsthaft vorgetragen! Da kann ich nur gratulieren und sagen, dass man darüber mal bei einem gemütlichen Abend mit [Droge deiner Wahl einfügen] diskutieren sollte.  :o)

 

PS: Und viel davon!!1!